Wie erreicht man große Ziele, Lebensträume oder einfach – wie kommt man durch schwierige Situationen – wie kann man „Durchhalten“? Diese Frage beschäftigt viele, täglich und immer wieder aufs neue. Ein Patentrezept gibt es nicht – auch wenn wir das gerne hätten. Es gibt auch keine klassische Anleitung. Aber es gibt Hilfestellungen, Anregungen und Ideen wie man sich zu diesem Punkt weiterentwickeln kann.


Mein Name ist Kai Markus Xiong, 2017 lief ich 11249 km von Hamburg nach China, durch 8 Länder entlang der Seidenstraße. Ich durchlief mehr als 6000 km Steppen- oder Wüstengebiete wie die Taklamakan oder Gobi, überquerte das Pamir Gebirge und rannte über bzw. entlang des Tian Shan Gebirges. Vor diesem Abendteuer saß ich in einem normalen Bürojob, war kein Leistungssportler oder Ultra-Läufer aber hatte diesen Traum. run to breakdown prejudice – Laufen gegen Vorurteile. So entstand: runmysilkroad.com.

Die Arbeit wie Sponsorensuche, Berichte schreiben, Coaching von Menschen und Institutionen die sich vertrauensvoll an mich gewandt haben. All dies ruht nicht, auch wenn ich dann gerade 60-80 km laufen oder 100-150km Radtour mit 40-50km Gepäck hinter mir habe. Eine Tasse Kaffee, eine nette Umgebung und dann geht es los… Foto: runmysilkroad.com


Wenn du kein Ultra-Marathonläufer bist, die aber plötzlich vornimmst täglich 60-80 km Laufstrecke im joggen zu absolvieren, musst du schon etwas verrückt sein. So denken zumindest die meisten, die ungläubig von meiner Geschichte im TV oder anderen Medien etwas mitbekommen haben.  Besonders wenn sie dann noch erfahren, dass ich mir unterwegs beide Füße sehr kompliziert gebrochen habe, eine schwere OP absolvieren musste und an den Rollstuhl gefesselt war.  Trotzdem habe ich gemeinsam mit meinem treuen Begleiter Victor Neubauer, der das Begleitfahrzeug lenkte, das Projekt erfolgreich zu Ende gebracht. Dann kommt oft…

die meist gestellte Frage!

„Wie hälst du das alles durch?“ „Wie kann man das schaffen?“ „Wie macht der Typ das?“

Natürlich habe auch ich kein Patentrezept, keine Standardlösung oder Leitfaden. Was ich aber habe ist die Erfahrung wie ich es schaffe und die kann ich teilen – nicht weniger aber auch nicht mehr…


In diesem Artikel geht es darum:

  • was Durchhalten mit Kindheit zu tun hat
  • warum das Beginnen das Problem ist und nicht das Durchhalten
  • Misserfolge mehr Wert sind als Erfolge
  • Wunsch und Ziel – es ist kein Spiel
  • die Macht des Zielbildes
  • was durchhalten mit der Zahl 1000 zu tun hat
  • die Power der Frage „Warum“ kennen zu lernen
  • warum man sich selber ruhig vertrauen kann
  • warum du ohne Rückschläge kaum ein hohes Durchhaltevermögen entwickeln wirst
  • das Durchhalten auch was mit dem Wort „Gemeinsam“ zu tun hat
  • das es nur die kleinen Ziele und Schritte sind die Dich durchhalten lassen
  • was Du tun kannst wenn der unvermeidliche Moment kommt an dem du Aufgeben willst 

Neben den handwerklichen Dingen wie Ernährung, Training und Vorbereitung die ich an anderer Stelle noch ausführlich beleuchten werde ist die Frage nach dem „Durchhalten“ eine an sich sehr einfache Frage und doch ist die Antwort darauf so vielseitig und komplex.

So, dass ich mich lange davor gedrückt habe etwas dazu zu schreiben. Besonders da ich kein „ausgewiesener“ Fachmann, ziemlich verrückt und sicherlich etwas sehr stur bin. Und gerade hier in Deutschland wird vieles schnell „zerrissen“ oder „zerredet“ wenn du kein „Zertifikat“ hast auf dem steht: „Du weiß zwar auch nichts genaues, aber du bist legitimiert deinen Senf dazu zu geben…“. Und auf diese Diskussionen und Auseinandersetzungen habe ich schlicht keine lust.

Jetzt, da ich aus persönlichen Gründen aber mehr und mehr sehe wie Menschen verzweifeln weil ihnen Handlungsmöglichkeiten und die Antworten auf genau solche Fragen fehlen habe ich mich entschlossen, meine ganz persönliche Sicht der Dinge und meinen ganz persönlichen Weg dazu zu erzählen.

Mangelndes Durchhaltevermögen kann (besonders wenn es chronisch wird) nicht nur die eigene Psyche schädigen und ihr einen Knacks geben – zunehmend steht es auch der beruflichen Entwicklung und Karriere im Weg und nimmt schnell Einfluss auf das ganze Familienleben und den Freundeskreis. Frust und Aggression sind die Folge .

natürlich habe ich auch meine Hoch´s und Tief´, meine Zweifel und Momente der Unbesiegbarkeit. Einen Vorteil habe ich aber herausgefunden der mich von vielen Unterscheidet. Ich weiß immer sehr klar was ich will, warum ich es will und was ich bereit bin dafür aufzugeben. Das ist schon ein ganzes Stück des Schlüssels. Zusätzlich zähle ich mich zu den sehr disziplinieren Menschen – nicht weil ich es gerne mache – aber es ermöglicht mir etwas, was anderen oft verschlossen bleibt. Die Freude das scheinbar unmögliche doch wieder mal geschafft zu haben. Foto: runmysilkroad.com


Früher war alles besser – konnten die länger Durchhalten!?

Wo fange ich an? Wo hört Durchhalten auf und wo fängt Aufgeben an? Ich bin bei Onkel und Tante, Oma und Opa aufgewachsen. Das hat mich sehr geprägt und ein teil meiner Antwort liegt darin begründet.

 


Für´s Beginnen gibt es nichts…

Wenn ich mal wieder eine spinnerte, verrückte Idee hatte und ganz motiviert zuhause davon erzählte, war die Reaktion immer die Gleiche: „Na, wir sind mal gespannt…“ „Na ob das was wird?“ Zeitgleich hatte ich aber nie das Gefühl vermittelt bekommen, dass ich ein Träumer wäre – es steckte in den Worten mehr etwas darin wie: „mal sehen ob du das wirklich auch durchhältst/durchziehst“ Es war immer klar, dass es schwer werden könnte und das etwas im Weg stehen würde – aber auch, dass nur ich das Aushalten muß.

Es gab aber niemals Aufmerksamkeit, Lob oder ähnliches dafür, dass ich mir etwas Vorgenommen habe. So etwas wie „nächste Woche will ich das besser machen“ oder „das nehme ich mir jetzt aber ganz fest vor“ erzeugten keinerlei Reaktion. Eher Sprüche wie: „überrasche mich mit dem Ergebnis.“

Sich etwas vorzunehmen ist doch normal und auch, dass man es unter Umständen eben mal nicht schaffen wird – was aber als nicht normal galt war, wenn man Aufgibt oder Hinwirft. „Das tun wir nicht…“ war die Devise, „das ist falsch“ hies es.

Wir sind viel in den Wald zum Baumfällen gegangen da wir nach wie einen wohlig wärmenden eigenen alten Kachelofen betrieben. Ich wollte immer sooooo viele Bäume fällen. Mein Onkel hat mir das nie Ausgeredet – er hat mich aber permanent an mein gestecktes Ziel erinnert und mir vorher zu verstehen gegeben: „Mal sehen ob du das wirklich hinkriegst – ich hab da eher meine Zweifel“ Ein Baum zählte eben nun mal nur, wenn er auch umgefallen ist. Egal wie viel ich wollte oder wie intensiv ich den Baum drangsalierte – nur wenn er fiel zählte er. Alles vorher war wie wir heute sagen würden: „Nice to have“

Absichten bewirken nichts – Verhalten schon – und dieses Verhalten wird eine Wirkung erzeugen.

Mein Sohn ist jetzt knapp 3 Jahre und ich sehe wie im Umfeld, der Kita und anderen Situationen Kinder oft schon hochgelobt und gepriesen werden wenn sich etwas vornehmen. Dann setzt eine regelrechte unreflektierte Arie von „Das wirst du schaffen“, „ich glaube an dich“, „du packst das“ und ähnliches ein. Und dann? Wenn das gesteckte Ziel wirklich erreichbar und im Rahmen der Fähigkeiten und Möglichkeiten lag wird es erreicht aber die Lohrbeeren gabs vorher. Und wenn es nicht in den Fähigkeiten und Möglichkeiten lag wird schnell hingeworfen und es geht weiter mit: „man muss auch Niederlagen einstecken können“, „das ist nicht so schlimm“ „na ja nächstes mal klappt es besser“

Nein, wenn es nicht in den Fähigkeiten und Möglichkeiten liegt klappt es auch beim nächsten mal nicht besser. Dann steigt der Frust, die Lust lässt nach und wir lernen nur: Aufgeben ist auch eine Option. Es tut nicht weh, alle haben mich lieb und es passiert nichts. Ein Kreislauf von: Ich stecke mir hohe Ziele und wenn’s nix wird ist’s ja auch egal.

Mein Fazit für alle die am Durchhalten und der Disziplin und ihrer Konsequenz arbeiten wollen:

  1. Mach dir Deine Vergangenheit bewusst – du kannst die nicht ändern aber wenn du weißt wie du aufgewachsen bist findest du entweder einen Punkt der es dir machmal erschwert oder, und das kommt noch häufiger vor – du findest die kleinen Schlüssel warum du als Kind alles schaffen konntest und kannst das übertragen.Du hast laufen gelernt, schreiben, lesen, rechnen, klettern, anziehen, etc. alles komplexe Vorgänge die viel Frust mit sich bringen – wir fallen 300-900 mal hin bevor wir wirklich gut laufen können – haben wir aufgegeben? Nein. Egal ob von aussen animiert oder nicht. Also ist da etwas in Dir was dir sagt: Ich kann durchhalten wenn des notwendig ist!!!
  2. Halte Dich von Menschen fern die dich schon für den Versuch etwas zu tun in den Himmel loben. Ich meine hier immer die normal Situationen und nicht die extremen Ausnahmen. Natürlich ist es schon ein schritt wenn sich jemand der immer 100% gegen etwas war sich nun vornimmt das zu verändern. Trotzdem – hier und an dieser stelle hat man noch nichts geleistet – daher ist hier zuviel Lobhudelei sehr sehr kontraproduktiv. Und feindosiert ist leider in unser schnelllebigen, durch ultimativen geprägten Zeit kaum noch möglich

Auch für meinen Kleinen gilt das was ich gelernt habe:
„Ich helfe Dir nicht. Das einzige was ich mache ist Dir zu zeigen wie Du stark wirst um Deinen Weg zu gehen.“


Lerne von Misserfolg

In meiner Vorbereitung hatte ich mich lange mit erfolgreichen Projekten beschäftigt. Gem. dem Motto: „von Profis lernen“. Aber das, was ich aber über diese lernte half mir nicht wirklich weiter. Meist waren die „echten“ Erfolgsfaktoren Bereiche die ich entweder nicht konnte, nicht hatte oder tatsächlich für mich nicht möglich waren.
Da erinnerte ich mich an meine Jugendzeit und an die Ausbildung als Coach. Am erfolgreichsten war ich, wenn ich erkennen konnte, warum andere gescheitert sind. Bei den Klausuren, im Sport oder beim Handwerkeln. Ich vermied die Fehler und lernte meine eigenen Stärken dadurch besser zu entdecken. Es gab die erfolgreichen Ausnahmen in der Vergangenheit in dene ich vor scheinbar unlösbaren Herausforderungen stand aber diese doch irgendwie gelöst hatte. Diese waren ein wichtiger Schlüssel.
Beim Laufen habe ich das ebenfalls gemacht – ich habe mich nicht an Top-Läufern orientiert – ich habe mich an hoch motivierten, aber gescheiterten orientiert und versucht herauszufinden warum es bei diesen tatsächlichen Talenten doch nicht klappte. Daher habe ich dann auch „my way of running“ entdeckt den Martin Grüning von Runner´s World (er begleitete mich einen Tag im Pamir Gebirge gemeinsam mit einem meiner Sponsoren 361° Europe) als den wohl bescheidensten/unorthodoxesten Laufstiel den er je gesehen hat beschrieb.

Wenn ich ein erfolgreiches Projekt sehe und merke: Der Typ war so erfolgreich, weil er 2 Jahre Vorbereitungszeit hatte, dann war das Frustrierend da ich maximal 9 Monate finanzieren konnte – niemals 2 Jahre. Damit half mir das „erfolgreiche“ Projekt nichts. Absolut nichts. Wenn ich sah, dass ein anderes Projekt so erfolgreich war, weil im Hintergrund der Familie sehr viele Kontakte zu Politik und Wirtschaft bestanden und das die Visa- und Geldmittelbeschaffung deutlich erleichterte (auch wenn es so gut wie nie nach aussen gezeigt wird) hilft mir das nicht – ich habe diesen Hintergrund eben nicht.

Habe ich mir dann aber die gescheiterten Projekte angesehen lernte ich sehr schnell warum diese es nicht geschafft hatten – wenn ich also viele Fehler finde und diese vermeide ist die Chance größer. Und besonders gescheiterte Menschen sind meiner Erfahrung nach Ehrlicher mit sich selbst. Sie beschreiben klar warum etwas klappte und warum etwas nicht klappte. Auch bei sich selbst. Bei Erfolgreichen Projekten sehe ich oft Menschen die alles mögliche erzählen – wenn man aber genau und detailliert hinter die Kulissen schaut waren es tatsächlich oft andere Faktoren des Erfolges. Und für alle die jetzt anfangen Atem zu holen und ein dickes „Ja aber…“ ansetzen wollen. Ich schmälere damit in keinster Weise die Leistungen der Menschen – es hilft mir nur realistisch gesehen nicht.

Ratet doch mal was die häufigsten Fehler waren die ich identifizieren konnte?

  1. keine wirklichen und klaren Ziele
  2. Durchhaltevermögen/Ausdauer
  3. Diszipliniert /konsequent sein
  4. keinen tiefen ausreichenden Grund für das Unterfangen
  5. unrealistische Risiko Einschätzungen
  6. mangelnde (nicht zeitlich) gute Vorbereitung
  7. keine Alternativen für die wichtigsten Punkte
  8. keine echte Identifikation mit dem was man erreichen will

ganz viele andere Themen und erst ganz am Ende der Liste kamen Dinge wie:

  • politische externe Faktoren
  • Schicksalsschläge die nicht vermeidbar waren
  • Schicksalsschläge die nicht vorhersehbar waren

Dies war eine meiner Schlüssel-Erkenntnisse aus denen ich sehr sehr viel lernte und das auch noch besonders schnell. Und Durchhalten war eben eines der Hauptgründe für scheitern.


ein Wunsch oder Traum ist kein Ziel..

Viele Projekte sind wie gesagt gescheitert, weil alleine schon das Ziel oder die Ziele nicht wirklich richtig gesetzt waren.

  • Ich würde gerne mal ….  –> VERGISS ES
  • Ich wollte schon immer … –> VERGISS ES
  • Wenn ich mal die Chance bekomme, … –> NEVER EVER
  • Mein größter Traum ist es … –> AUFWACHEN!!!
  • wenn ich… dann würde ich … –> NIEMALS!

Um etwas zu erreichen – besonders einen Lebenstraum musst du Aufwachen – das war mir ganz schnell klar. Leider verhindert ein sehr emotionaler Traum ein realistisches Bild der Situation.

Ziele müssen spezifisch, messbar, erreichbar aber ambitioniert und terminiert sein. Das weiß ich als Management Coach und Persönlichkeitstrainer nur zu gut.

Manche behaupten Sie müßte realistisch sein, dann wäre das die SMART Ideologie (S – Specific (Spezifisch), M – Measurable (Messbar), A – Achievable (erreichbar, ausführbar, herausfordernd), R – realistic (Realistisch) und T – Terminated (Terminiert).) Ich bin aber überzeugt, dass man das R so nicht nennen kann. Wie will ich wissen ob es realistisch ist 60-80 und mehr KM täglich über 9 Monate hinweg zu laufen, als Nichtsportler? Was aber gegeben sein muss ist die Fähigkeit Situationen realistisch einzuschätzen – sonst denke man es ist genug geld da und dann ist der Monat wieder länger als das Geld reicht!

Ziel setzen, Kurs halten und Kontrollieren. Aber ohne Ziel geht nichts. Hier mit meinem Wespot Gen3 Tracker und Security System. Foto: runmysilkroad.com

 


Ziele sind nichts ohne Bild – das Zielbild

Wenn ich also ein Ziel aus meinem Traum definiert habe ist es nahezu unabdinglich sich auch ein Bild dazu zu entwickeln. Ein sogenanntes Zielbild. Viele denken oft es ist blanke Theorie, ist es aber nicht. Es ist Praxis. Es kann imaginär sein, auf Papier, im Telefon oder sonst wie – aber ich muss es mir vor Augen führen können. Es muss „mein“ Bild sein. Farbenfroh, emotional und sachlich zugleich, mich ansprechend, … Und am wichtigsten: Es muss nicht zu anderen passen – es ist Dir egal ob andere das Verstehen oder nachempfinden können.

Wir kennen die Anziehungskraft von Bildern im Kopf zu genüge. Trotzdem scheitern viele genau an dieser Stelle. Als Coach habe ich viele Menschen gesehen – und jetzt als Athlet noch mehr – die das nicht umsetzen konnten. In den wirklich schweren und harten Momenten fehlte dann eines der Mittel die helfen weiter zu kommen. Ich sage nicht, dass es ohne nicht funktioniert, aber es ist wie beim kochen. Natürlich kannst du eine Suppe auch ohne Topf kochen, aber es ist schwerer, und in den Momenten wo wir über Aufgeben nachdenken ist zusätzliche Erschwernis einfach nicht schlau.

Für mich waren es zwei Szenarien. Ich liebe Berge und ich wusste: Wenn ich es mal bis zur chinesischen Grenze geschafft habe (die 1/2 meiner gesamten Strecke) dann würde ich es bis zum Ende schaffen. Dann würde aber das Risiko von Leichtsinnigkeit steigen und die Fehlerquote sich einschleichen, Routinen sind da, man fühlt sich unbesiegbar und denkt man hat es schon im Sack.

hier sehe ich die Grenze Chinas – das Bild welches ich immer im Kopf hatte. Ich genoß diesen Moment und musste aber Wochen vorher schon dafür Sorgen, dass Victor mit da hoch kommt und es auch genießen kann. Victor hatte Höhenangst. Aber er hat es geschafft – und geniessen können! Foto: runmysilkroad.com

Da entwickelte sich für mich die Seifenblase als Symbol für meinen Lebenstraum und das Pamir Gebirge. Eine Seifenblase hat eine unheimliche Faszination auf Menschen – aber sie ist sensibel und wenn man nicht aufpasst platzt sie schneller als man denkt!

Wie ein Wunder – eine Seifenblase – Victor musste auf meine Dose seit Deutschland aufpassen und wusste nicht einmal warum. Am Pamir Highway dann war mein emotionaler Moment, und Victor verstand nun auch sofort was ich meinte. Deswegen hat er so ein tolles Bild geschossen Foto: runmysilkroad.com

Das Ziel eines Bergsteigers wird immer der sichere Abstieg sein – oben sterben ist keine Option.

Die Sehnsucht zu wissen, dort hinter den Bergen auf der anderen Seite der Grenze ist meine Frau, mein Sohn meine 2. Heimat. Dort will ich hin…

Das Strahlen so lange es geht erhalten, neugierig machen und ein gutes Vorbild sein – auch was das Durchhalten angeht – das ist einer der Gründe für mich Foto: Yuman Xiong

Ich recherchierte also Bilder aus dem Pamir Gebirge, malte mir aus wie es sich anfühlen wird wenn ich das geschafft habe, machte mir klar wie viele Höhen und Tiefen ich dafür durchlaufen müsste. Das Bild wurde klarer und klarer und dann kamen Termine dazu, Daten, Fakten…

Am Ende war es genau so, wie ich es mir immer erträumt und ausgemalt hatte…

Wenn Du bereit bist, das zu machen dann kann ich Dir auch eine gute Buchempfehlung geben.

Marcus Stobbe – „Und das Lächeln kehrt zurück“.

Marcus ist ein guter Freund, Psychologe und ich habe einen Teil meiner Ausbildung als Coach auch bei Ihm genossen. Das Buch hilft Dir, die Dinge zu verstehen und macht Lust es zu probieren. …


mein persönliches Ziel: 1000!

Mein ganz persönlicher Tip: ich glaube an die Zahl 1000.

Als ich klein war dachte ich auch oftmals: „Das kann ich nicht“ Mir wurde dann immer sofort versprochen: „Wenn du es wirklich nicht kannst, musst du es auch nicht machen. Du musst es aber zumindest ein paar mal versuchen – so oft wie das Laufen auch.“ Das bedeutet: ich musste, wenn ich glaube ich kann es nicht, es erste 1000 mal versuchen. Kann ich es dann nicht muss ich es auch nicht machen.

Was für ein Spaß wenn ich heute daran denke. Natürlich konnte ich die Meisten Dinge und sogar ziemlich gut da ich ja durch das viele machen immer besser wurde. Und die Dinge die ich nicht wollte schaffte ich nicht 1000 mal zu versuchen und wusste ohne 1000 versuche würden Sie mich nie davon frei lassen…

Aufgeben war also in der einen oder anderen Richtung kaum möglich. Das festigte sich tief in mir ein und so ist auch heute die 1000 versuche das Ziel. Dabei kommt es nicht darauf on ob es exakt 1000 sind. Aber du gehst aus der Komfortzone heraus und entwickelst dich.

Wenn du überlegst Aufzugebnen – und den Gedanken hat jeder mal in seinem Leben, dann mach dir eine Zahl zu eigen. Wir brauchen 500-1000 versuche fürs Laufen, Radeln, Schwimmen etc. Wir zählen diese nur nicht weil wir die Sehnsucht haben es zu lernen und weil es niemand gibt der kommt und sagt: Du bist nur ein Kind, du wirst nie laufen lernen!!!

Foto: Kai Markus Xiong

Ich versuche etwas erst 1000 mal zu machen bevor ich sage: das kann ich nicht. Oder bevor ich aufgebe. 1000 ist nicht viel und doch schwer.

Aber ich habe über 815 Unternehmen und Institutionen angefragt bevor ich die notwendigen Sponsoren und Unterstützer hatte. Viele in meinem Umfeld wollten mir einreden: Das wird nichts. Mein erstes Ziel war immer: 1000!!!

Ich wollte erst aufgeben wenn ich 1000 Firmen fragte, wenn ich die ersten 1000 Schritte, die ersten 1000 km nicht schaffe. Die ersten 1000 Euro nicht zusammen bekomme. ….

Mache dir die 1000 zu Deiner Aufgebemarke. Aber: Bescheiß dich nicht selbst – keiner würde es merken – aber du würdest Dein leben lang leiden! An mangelndem Selbstvertrauen. Scheitern baut Selbstvertrauen auf – beschiss zerstört es.

Irgendwo in Polen im Nirgendwo hatten wir die ersten 1000 km geknackt – wir waren so happy, drehten ein Video und genossen den Moment. Zeitgleich stieg bei Victor das Vertrauen, dass das ganze Ding klappen kann. Foto: runmysilkroad.com


Frag dich nach dem „Warum“ – suche den echten Grund Deines Wunsches

Das Ziel und Zielbild alleine reichen aber nicht. Und besonders wirst du kein ausreichendes Ziel und Zielbild entwickeln könne wenn Du Dir nicht klar machst „warum“ das alles. Das was es bei mir zu überwinden galt waren unter anderem diese Punkte:

  • familie alleine lassen
    (Sohn war gerade 1 Jahre alt als ich los lief und ca. 3 Monate alt als ich entschied das Projekt zu machen)
  • Job aufgeben ohne Backup und Idee wie es dann weiter gehen wird
  • mit 45 gesundheitlich zu akzeptieren, dass der lange Teil der Wüsten auch dein Ende bedeuten können
  • Länder von denen ich selbst nicht nur Angst sondern auch viele Vorurteile hatte zu durchreisen
    (und da Victor erst 4 Wochen vor Start dazu kam, auch komplett alleine geplant)

Ohne ein klares und tiefgründiges „Warum“ das ganze wird es schwer werden – nahezu unmöglich.

Ich wollte gegen Vorurteile ankämpfen, zeigen das diese Länder auch tolle Länder sind und die Menschen dort wie Du und ich. Warum? Weil ich selbst oft mit Vorurteilen konfrontiert war, als Kind besonders, später durch den Beruf und dann als ich von Süd- nach Norddeutschland zog, dann aber als ich eine „ausländische Frau“ heiratete und einen Sohn als „Mixed Child“ hatte.

Ich will gar nicht die doofen hirnlosen Sprüche zitieren die ich bis heute immer wieder in der U-Bahn höre. Ein Teil dessen, warum sich unsere Gesellschaft so leicht spalten und aufreiben lässt sind eben diese Vorurteile – meist emotionalisiert und getrieben von Hirnlosen charakterlich schwachen Versagern. Vorurteile an sich sind etwas natürliches, sie helfen uns. Aber sie sind mit Vorsicht zu behandeln, wie ein Messer. Es kann den Apfel schälen oder jemanden Töten. Das Messer ist aber niemals das Problem.

Das war mein Grund, ich wollte ein Vorbild für meinen Sohn und andere sein: Wenn Du von etwas überzeugt bist, dann setze dich dafür ein und helfe es zu schützen, zu entwickeln und zu bewahren.

 


Vertraue dir selbst – arbeite an Deinem Selbstvertrauen

Selbstvertrauen ist in vielen Fällen die Maschine um erfolgreich an Dein Ziel zu kommen ohne vorzeitig hinzuwerfen. Selbstachtung und Selbstbewusstsein müssen aber wie ein Motor gepflegt werden.

Der Einfluss von Selbstachtung und Selbstbewusstsein auf Deine Willenskraft ist unbeschreiblich hoch 

Wie mache ich das für mich selbst? Ich bin so aufgewachsen. Ich wusste immer sehr klar was ich kann und was nicht. Aber wie kam es dazu? Ich war Turner, Rettungsschwimmer und Skifahrer. Im Turnen lernte ich schnell was eine Schokoladenseite ist und was meine schwache Seite war. Ich lernte zu erkennen was ich gut gemacht habe und was nicht. Für mein Projekt schrieb ich mir also oft auf was gut war, ich gut konnte, ich richtig machte.

Es gibt viele Möglichkeiten ein Selbstvertrauen und Selbstachtung zu stärken – aber je früher wir das lernen desto besser und einfacher ist es.

Es gehört eine portion positivere Arroganz dazu. Die Hindernisses, eigenen Zweifel und Menschen die mich von meinem Weg abhalten wollen sind meist in der Form:

  • das kannst du nicht
  • du bist kein Läufer
  • das ist nicht möglich für einem normalen Menschen (du bist ja nur ein normaler Mensch)
  • das ist zu verrückt
  • das ist zu riskant
  • du kannst doch nicht einfach…

Selbstbewusstsein – Sich seiner selbst Bewusst sein. Höre auf Deinen Körper, Deinen Geist und mache Dir klar was du kannst, aber eben auch was du nicht kannst.

Hier erinnert Euch noch einmal daran was wir alle für verdammt erfolgreiche Geschöpfe sind.

Wir lernten Laufen, Springen, Singen, Lachen, Anziehen, Treppen steigen, Autofahren oder Radfahren, Schwimmen, Schreiben und noch viel mehr was sehr lange dauert, erst mal keinen Spaß zu machen scheint und von den Bewegungsabläufen extrem komplex ist.

Das alles hast Du geschafft – das musst Du dir bewusst machen. Ich bin 45, ich habe einen Job, habe eine Familie, habe Freunde, und habe vieles Geschafft. Vielleicht lächeln andere darüber weil es nichts besonderes ist, aber darum geht es nicht. Es geht darum Dir klarzumachen: „Du hast etwas geschafft“

Vertrauen fängt bei sich an. Beim Durchhalten bist Du nur auf Dich angewiesen. Natürlich können andere Dich anstaksen, Dich antreiben und sogar mitziehen. Aber ganz ganz ehrlich:

Wenn DU NICHT WILLST SCHAFFT ES AUCH KEIN ANDERER DICH DAZU ZU BRINGEN!

Das kannst Du umkehren:

WENN DU ES WILLST SCHAFFT DICH AUCH KEIN ANDERER DAVON ABZUHALTEN!


Rückschläge sind hilfreich – ohne diese kommst Du nicht weiter!

In einer schnelllebigen Welt, getrieben von Ergebnissen, Ultimativen und Panik mache durch unreflektierte charakterlich fragwürdige Gestalten ist der Druck zu Funktionieren enorm. In der Familie, im Freundeskreis und in der Gesellschaft allgemein – vom Job gar nicht zu sprechen.

Es tut mir leid das sagen zu müssen, aber das werden wir nicht ändern. Wir können aber lernen damit umzugehen. Wie man mit Druck umgeht und mit Versagensängsten könnt Ihr in einem späteren Artikel lesen oder mich direkt kontaktieren – das ist eines meiner Lieblingsthemen da wir Menschen hier am meisten für uns erreichen können.

In einem medialen Umfeld wo nur noch extreme zählen, in einer Leistungsgesellschaft in der ein einzelner Mensch oft nichts mehr Wert zu sein scheint fällt es uns zunehmend schwerer „nicht negativ aufzufallen“. Das bedeutet, wer sich hohe, gegebenen falls zu hohe Ziele steckt kann scheitern, kann ggf. nicht „liefern“ und besonders: man kann es vermutlich nicht „schnell genug liefern“. Scheitern ist heutzutage nicht mehr Gesellschaftsfähig. Daher haben wir Angst vor diesen Rückschlägen und versuchen diese wo immer es geht zu vermeiden.

Für mich gibt es daher zwei Kategorien:

  1. Erfolgssucher
  2. Misserfolgsvermeider

Wären der eine bei einem Rückschlag versucht diesen zu kompensieren, ignorieren oder gar zu leugnen und sich das nächste Ziel sucht ist der andere darauf aus, Rückschläge gänzlich zu vermeiden.

Meine Empfehlung: Lerne beides zu sein. Ich habe das gelernt – bewusst und mit voller Überzeugung. Ich weiß heute bestimmte Dinge muss ich mir nicht geben – bestimmte brauche ich und wenn mal was nicht klappt bin ich schneller und klarer zu identifizieren woran oder an wem es lag. Ich kann Misserfolge genauso vermeiden wie es mir gelingt Erfolge zu suchen und dabei Misserfolge auszublenden oder zu akzeptieren.

Je professioneller du wirst umso mehr wird der Focus warum etwas nicht klappt auf andere übergehen. Du wirst mehr Menschen finden die Dich komisch nennen aber du wirst merken, dass viele nur einen Schuldigen für das eigene Versagen suchen. Das wird Dir helfen Dein eigenes Selbstwertgefühl zu steigern und mit Rückschlägen besser umzugehen. Du bist nicht für die Fehler der anderen verantwortlich – aber die Fehler der anderen sollten Dich auch nicht von Deinem Ziel abhalten.

Fehler sind da um gemacht zu werden. Nur gibt es dumme Fehler und unvermeidbare Fehler.

Versuche nur die unvermeidbaren und überlasse anderen die Dummen.

Machst Du aber einen Fehler, scheiterst Du in einem Teil Deins Planes heisst das: STOP!!!

Jetzt nimmst du Stift und Zettel oder auch gerne Deinen PC aber auf alle Fälle etwas zum notieren und beantwortest Dir folgende Fragen:

  1. War es überhaupt ein Rückschlag/Fehler/Scheitern – Was war mein wirkliches Ziel, hatte ich eines, etc.
  2. Warum hat es nicht geklappt – Was war mein eigener Anteil dabei auch wenn es andere „verbockt“ haben? Hatte ich vorher schon das Gefühl das wird nichts? Hatte ich es unter- überschätzt, hatte ich den Bezug zur Realität verloren?
  3. Welche Skills, Fähigkeiten, Methoden, Zeit, Geld (Ressourcen) könnten das für die Zukunft verhindern?
  4. Was sind die Konsequenzen wenn ich jetzt durch diesen Rückschlag aufgebe? Für mich direkt, mein Selbstwertgefühl, mein Ego? Für mein Umfeld und für die Menschen die in mir ggf. ein Vorbild sehen wie meine Kinder, Freunde etc.? Für meine nächsten Schritte und Vorhaben?

Analysiere die Situation professionell. Auch wenn du analytisches nicht magst. Es geht leider nicht immer darum was du magst sondern darum was jetzt notwendig ist. Nimm Dir die Zeit dazu. Das wird Dir helfen. Sei Kritisch mit Dir aber auch mit Deinem Umfeld. Hinterfrage alles und jeden – Dich eingeschlossen immer mit dem Ziel im Auge – nicht mit Neid und Missgunst.

Schließe mit einem Fazit ab, das Zukunftsgerichtet ist. Was auch immer „sch… “ lief – was bringt Dich jetzt weiter, wer kann Dir jetzt helfen, was musst Du jetzt machen um wieder ein Stück weiter zu kommen? Das was passiert ist kannst Du nicht mehr ändern, nur das was draus jetzt passieren wird.

Erneut: Als Kind hast Du nicht einfach von jetzt auf gleich von Krabbelmodus zum „ich laufe Perfekt“ modus umgeschaltet. Du bist 300-700 mal hingefallen, gestolpert, in jemand hineingelaufen, ausgerutscht und mehr. Hat dich das gestört? Nein. Du hattest rutschige Socke und hast irgendwann gelernt entweder vorsichtiger zu laufen, die Socke auszuziehen, Schuhe anzuziehen oder einen anderen Untergrund zu wählen. Aber mir ist kein Kind bekannt das aufgehört hat und bis ins Erwachsenenalter hinein nicht Laufen lernte!!!! Das ist Deine Stärke – das bist DU! Du bist ein Kämpfer, ein Wadenbeisser, einer der Durchhalten kann.


Suche dir Unterstützung – alleine kannst Du viel – mit anderen alles

Mit 45 noch mal „betteln“ gehen, andere um Hilfe fragen? Ich? Niemals. Ich war es gewohnt, dass ich mein ganzes Leben stark war und anderen geholfen habe – was immer es war. Viele Menschen, Kunden, Freunde kamen zu mir und ich hatte den Ruf: „wenn einer weiß wie das lösbar ist, dann Kai. Wenn einer helfen kann, dann er“ Es soll nicht arrogant sein, und doch ist es das was mein Leben ausmachte und mich Glücklich. Ich bin ein Helfer – je mehr ich half umso besser wurde ich in allen möglichen Gebieten.

Und dann? Ich merkte in meiner Analyse: Ohne andere würde es nicht realistisch machbar sein. Sei es als mentale Unterstützung um sich nicht alleine zu fühlen, sei es weil die Aufgaben zu viele waren oder weil ich einfach keine ausreichenden Kontakte oder Ressourcen hatte.

Ich musste loslaufen und sagen lernen: „Kannst du mir bitte helfen, alleine schaffe ich das nicht!“ Eine harte Lektion für mich – aber heute bin ich dadurch stärker denn je. Ich war schon immer ein Freund von Teamwork aber als der Stärkste im Team, der Leader, der der alles schafft. Nun merkte ich – oh ha.

Wenn es eine Sache gibt die ich immer wieder genau so machen würde wie in meinem Projekt ist es genau das. Die Schuhe laufen nicht für mich, die Freunde laufen nicht für mich, die Sponsoren laufen nicht für mich, mein Sohn läuft nicht für mich, mein Traum läuft nicht für mich. Das war mir klar – aber die Freunde, Sponsoren und Familie geben Dir das Gefühl das du brauchst um zu wissen: Es ist machbar, es ist für mich machbar. Wenn Du dieses Gefühl hast, dann kommt auch die Hilfe die du brauchst.

wenn es alleine nicht geht, lass es nicht andere machen, mache es gemeinsam. Foto: Yuman Xiong

Sei offen, fragt Profis – auch Profis die gescheitert sind und akzeptiere Hilfe.

Ein Beispiel: Ich hatte 0 connections zu Medien, keine Erfahrung und nichts. Stefan half mir mit einem Kontakt. Aber nicht weil er das einfach wollte – nein, er half weil ich ihn fragte und wir sehr gute Freund sind. Er wäre womöglich nie auf die Idee gekommen, dass ich da Hilfe brauchen könnte. Ich war ja immer der, der alles hinkriegt, alles im Griff hat.  Wäre ich in meiner Zone des „das kann ich alleine“ geblieben wäre ich heute nicht da wo ich bin.


Genieße den Moment – die kleinen erfolgreichen Schritte sind die Strecke!

Durchhalten wirst du nur wenn du bereit bist auch die Momente zu genießen in denen Du kleine Erfolge erzielt hast. Ich feiere jeden Erfolg, sei er auch noch so klein. Steht er auf meiner to-do Liste als Teilziel, habe ich es erreicht dann ist Party angesagt. Das kann einfach ein kurzer Kaffee genußvoll in Ruhe getrunken sein. Das kann mal über die Stränge schlagen sein. Das kann einfach nur eine Pause und ein tiefes grinsen sein. Ein Besuch im Kino oder was auch immer. Es sind die emotionalen Momente die sich verfestigen und Dir lernen: Harte Arbeit, Erfolg – harte Arbeit, Erfolg – daraus ergibt sich – besonders wenn du es visualisierst – ein Erfolgsweg.

Ich schaue auf mein Bild uns sehe was noch offen ist, ich sehe aber auch was schon geschafft ist.

In meiner Analyse habe ich keine Erfolgreichen Menschen getroffen oder gefunden die nur geleitet vom großen ganzen Ziel etwas erreicht hatten. Es waren immer die kleinen Teil- und Etappenziele. Und wenn ich mit solchen Menschen gesprochen habe merkte ich eines:

Warm freut dich der Typ so sehr über diesen kleinen Punkt? Das war doch jetzt wirklich nichts besonderes? Und die Antwort war immer die gleiche: wenn du das nicht kannst wirst du es niemals schaffen – dir wird die Luft ausgehen, das Geld und du wirst nicht Durchhalten. Wir brauchen die kleinsten Erfolge wie die Luft zum Atmen. Ein Extremsportler beschrieb das für mich so:

Schau, du kennst deine Lunge. Dein Ziel ist ein Atemzug – ein voller, Sauerstoffreicher Atemzug guter Luft. Ohne den Erfolgt jedes einzelnen Bläschens in Deiner Lunge könntest du diesen Genuss, dieses Gefühl niemals erreichen.

Dieses Bild klebt bis heute an mir. Es hat sogar meine Atemtechnik beim Laufen beeinflußt. Ich atme so etwas von bewusst und intensiv beim Laufen das ich schon das Gefühl habe jedes Lungenbläschen zu kennen und zu spüren.

Wir genießen, das wir es auf das Pamir Plateau geschafft haben. Jetzt ist es Zeit mal nen Gang runter zu schalten, zu reflektieren und sich einfach nur zu freuen. Man muss wissen, an diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht ob es weiter geht. Wir hatten noch keine Lösung für den vorgegebenen Guide in China und waren davor aus finanziellen Gründen hier enden zu müssen. Trotzdem gab uns dieser Moment der Ruhe die notwendige Kraft den Druck aufzubauen den wir brauchten um mit anderen eine Lösung zu finden. Hier war es dann Jurian Elstgeest von 361° Europe der zur Seite sprang und an uns glaubte. Foto: runmysilkroad.com


Jetzt will ich aufgeben – ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, es geht nicht mehr…

Dieser Moment kommt, auch bei mir kommt dieser Moment. Der Unterschied zu vielen anderen ist: Ich weiß es, ich kenne es und ich plane es und wenn es ungeplant kommt habe ich eine Idee was ich zu tun habe….

Es gab keine Zweifel, es geht weiter, nur wie musste erst kurz überlegt werden. Foto: runmysilkroad.com

Die obigen Punkte sind jetzt wichtig. Sehr wichtig.

Was passiert bei mir wenn es soweit ist? Wie merke ich es?

  1. ich merke schon sehr früh, dass es anfängt sich dahin zu entwickeln
  2. ich habe einen klaren Fahrplan wenn es passiert
  3. ich habe Lust auf Erfolg

Ich merke es sehr schnell – weil ich sehr ehrlich zu mir selber bin. Ich spüre wenn ich Ausreden benutze wie: „Heute ist einfach ein schlechter Tag.“ Oder: „Irgendwas stimmt heute nicht mit meine Schuhen.“ oder „ich bin heute schon mit nem komischen Gefühl aufgestanden“ oder oder oder…

Alles ausreden die aber eben auch menschlich sind.

Hier an dieser Stelle greife ich auf mein Zielbild.  Wer mich kennt weiß, dass ich immer mit meinem Telefon in der Hand laufe. Warum? Darin ist mein Zielbild und damit will ich diesen Moment dann auch fotografieren. Alleine mein Telefon fest zu umschließen hilft mir in diesem Moment mich daran zu erinnern.

Trotzdem – der Moment kommt wieder und stärker. Ich will nicht mehr…

An diesem Moment mache ich mir das bewusst. Als Kind waren mir die Schuhe für das Laufen egal – ich wollte nicht mehr nur krabbeln dürfen – ich wollte aufstehen und laufen. Was ill ich jetzt eigentlich? Warum mache ich das? Was ist der echte Grund dafür? Wie wird es sich anfühlen wenn ich es geschafft habe.

Mein Körper oder mein Geist will gerade nicht mehr – ok, wir sind ein Team. Ich bleibe für dich stehen. An diesem Moment bleibe ich also auch mal ganz kurz stehen und mache mir das bewusst. Ich treffe also keine sehr bewusste Entscheidung und quäle mich nicht indem ich diese immer und immer wieder verschiebe und das schlechte gewissen verstärke.

Dann passiert folgendes: Ich frage mich: wenn ich jetzt aufhöre ist das ok. Ich bin der selbe Mensch, habe den selben Wert und werde in den Augen der für mich wichtigen Menschen genau der bleiben der ich jetzt bin.

  • Was bedeutet das aber für mein „echtes Ziel“ für meinen Wunsch, meinen Grund?
  • Kann ich das wieder reinholen? Kann ich das Kompensieren? Will ich damit ggf. alles Aufgeben warum ich es angefangen habe?

In den meisten Fällen laufe ich einfach wieder, oder mache einfach weiter weil alles in mir klar sagt: Nein das bist nicht du. Du bist her weil… . Du hast es so weit geschafft weil…

Manchmal merke ich aber auch ich lasse es für jetzt gut sein und mache mir bewusst, ich kann und will das später wieder aufholen. Das später ist dann aber auch schon fest mit Termin und plan unterlegt. Keine Ausreden – aber Ehrlich zu sich selbst.

Mein Unfall ist so ein Beispiel. Jeder hätte Verständnisses wenn ich nach so einer Erfolgreichen Geschichte so knapp vor Shanghai sage: OK, war super, hier mit zwei kompliziert gebrochenen Füßen muss ich einfach zugeben es geht nicht weiter. Aber…

  • würde ich es irgend wann bereuen? – ja
  • würde ich es später nochmal machen oder machen wollen? – nein
  • gibt es einen Weg das doch noch zu schaffen? Finde ich die Kreativität? – ich weiß nicht
  • Warum bin ich hier? – ich will zeigen was wir Menschen alles schaffen können, ich will gegen Vorurteile kämpfen.

Ups, das war es. Ich will gegen Vorurteile kämpfen. Der Typ ist kein Läufer, das schafft der nie! jetzt sitzt er im Rollstuhl und das Auto von Victor ist auch noch kaputt – wie gesagt, dass kann nicht klappen.

ACHTUNG VORURTEIL dachte ich mir. Ich bin ja nicht tot. Ich lebe, ich bin hier, ich bin so weit gekommen – mit Victor – als Team. Victor und ich hatten sofort den selben Gedanken – wir haben es als Team gestartet – wir bringen das als Team zu Ende.

Lerne in den Momenten wo Aufgeben realistisch wird Deine Denkrichtung zu ändern.

Ändere sie von: „Wie gebe ich jetzt auf?“ zu „Wie könnte ich noch etwas weiter kommen?“

Dieser Artikel beschreibt bei weiten nicht alles was in mir passiert und warum ich ein Mensch bin der Durchhält. Aber vielleicht hilft er Dir zu erkennen, dass wir ähnlicher sind als man denkt. Wir haben alle die Phase des Laufen Lernens erfolgreich gemeistert und ich erinnere mich einfach besser daran und nutze dies, das kannst du auch.

Zweifel und Angst sind menschlich, an das Aufgeben denken auch. Aber wenn ich es lernen kann damit umzugehen, kannst Du es auch. Es wird länger oder weniger lange dauern – Rückschläge geben und Tränen und Leid – aber Du wirst sehen es geht.

Foto: runmysilkroad.com


Wenn du also Momente hast in denen Du merkst: Hoppla – lange kann ich das nicht mehr – schreib mir, ruf mich an oder kontaktiere mich wie auch immer – es gibt einen Weg. Wir finden den.

Und wenn du Dich auf so etwas vorbereiten willst – ich bin hier – ich stehe bereit. Wo ich helfen kann helfe ich – so wie viele viele mir geholfen haben.

Mein Schema für das Weitermachen:

  1. klares emotionales und rationales Ziel inclusive Zielbild muss her
  2. finde den Grund warum du das wirklich willst – lasse es wenn du das nicht findest
  3. bereite dich vor und plane diese Frust-Phasen bewusst mit ein
  4. setze Dir kleine Etappenziele und zelebriere Erfolge
  5. Esse und Trinke gesund – auch wenn Du dich nicht gerade auf etas vorbereitest
  6. Sobald der Moment kommt – mache Dir bewusst, dass es normal ist und mache einen bewussten STOP, entscheide dich Bewusst für das Weitermachen. Ob körperlicher Stop oder nur im Geiste – finde heraus was Dir hilft.

Commitment bedeutet:

Du hast etwas vor und sagst es dir selbst als erster. Offen, klar und unmissverständlich

Dann machst Du Deine Hausaufgaben, du Trainierst, bereitest Dich vor und arbeitest an Dir

Du suchst Dir Unterstützung und Helfer (beim Laufen gibt’s ja auch nicht umsonst die Pacemaker)

Aber es kommt der Moment wo du es anderen Erzählen solltest – in einem Rahmen der zu Dir passt – ein ausgesprochenes Ziel und Commitment anderen gegenüber, richtig eingesetzt hilft an der Stelle wenn der Schweinehund kommt ihn zum Freund zu machen….

Ich hoffe Ihr habt etwas aus meinen bescheidenen Zeilen mitnehmen können. Leider bin ich kein guter Schreiber – ich erzähle das lieber in einem Vortrag. Wann und wo diese sind steht bald auf meiner Seite…

Also Kritik und Feedback an mich und wenn jemand gut im Englischen, Russischen oder Chinesischen ist würde ich mich über Übersetzungshilfe dieses Artikels freuen…

Ihr erreicht mich unter: info@runmysilkroad.com

Teilt gerne den Artikel wenn er euch gefällt und geholfen hat.

Euer Kai Markus


www.runmysilkroad.com



Facebook / Instagram: @runmysilkroad              Email: info@runmysilkroad.com

12000 km von Hamburg nach Shanghai – run to breakdown prejudice



Willst du wissen wie man den inneren Schweinehund umprogrammiert? Das werde ich in einem meiner nächsten Artikel beleuchten – Mein Schweinehund ist nämlich inzwischen ein guter Freund geworden. Ich habe gemerkt den Kampf gegen ihn verliere ich – aber den Kampf mit Ihm gemeinsam könnte uns beide weiterbringen. So habe ich einen Weg gefunden ihn Stark zu machen aber sein Interesse in eine andere Richtung zu lenken…

Jetzt will er auf dem Sofa liegen und relaxen – er will nichts umsetzen, er will nicht laufen gehen.

umprogrammiert will er etwas umsetzen wie zum Beispiel Laufen gehen – er will jetzt nicht Chips essen und relaxen.


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Fotos: runmysilkroad.com





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