12.000 km – 里丝绸之路德国至中国a

Inverview mit Victor – dem treuen Begleiter

Hallo liebe Freunde,

heute möchte ich mal den Victor ins Licht rücken. Er ist ein Treuer Begleiter, der viel Arbeit abnimmt, immer da ist und sich nicht unterkriegen lässt. Sicherlich hat er eine harte Zeit hinter sich und das bekommt kaum jemand mit. Daher habe ich Ihn einmal befragt:

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Anhängerkupplung ab – Victor findet immer Hilfe und Lösungen

Victor, Du bist nun schon fast 200 Tage mit mir Unterwegs – nicht immer eine leichte Aufgabe – besonders mit mir (hahahaha) lass uns ein bisschen an Deiner Welt teilhaben. Du bist ja ins kalte Wasser gesprungen. Spontan hast du 4 Wochen vor dem Start zugesagt und musstest noch alles für Dich selbst auf die Beine stellen.

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In Xian auf der Mauer – 2000 Jahre Historie und Victor Neubauer

Was hat dich denn Motiviert, Deinen Job aufzugeben, alles zurück zu lassen und so spontan mit auf diese Tour zu kommen?

Zum einen wollte ich immer mal mit dem eigenen Auto nach China reisen. Zum anderen ist eine gute Chance für mich eine Variante der „neuen Seidenstraße“ kennen zu lernen, und weil ich Menschen mit verrückten Ideen mag und daran geglaubt habe, dass du das durchziehen kannst.

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ein Foto von Freunden – hahahah tolle Aufnahme

Wie verhalten sich Deine Erfahrungen während des  Projektes, zu den Vorstellung vor beginn der Reise?

Als ich Kai Markus fragte, ob ich ihn begleiten darf, waren mir die Aufgabenbereiche eigentlich schon bewusst. Ich war ja bei den Auswahlgesprächen mit potentiellen Begleitern dabei. Doch das es ein 24 Stunden 7 Tage die Woche Job mit vielen Aufgaben mich an die Grenzen treiben kann, war mir nicht klar. Das habe ich völlig unterschätzt. Ich komme manchmal bei Kais Tempo nicht mehr mit. So viele Aufgabe Zeitgleich und mit 100% Qualitätserwartung von Kai Markus – Fehler können und wollen wir uns nicht leisten. Aber das Schlaucht.

Flirtet da einer?

Hattest du darüber nachgedacht hinzuschmeißen? Wann wieso und was hat dich bewogen weiter zu machen?

Ja, Tag 47 – kurz vor Astrachan. Weil ich mich zum ersten mal nicht mehr in der Lage fand, die Aufgaben zu erfüllen – besonders dem Druck von Kai Markus Erwartungen. Freunde lässt man nicht im Stich – wenn man es zusagt zieht man´s bis zum Ende durch. Mit allen Konsequenzen.

ein großer Steinschlag – heruntergefallen beim Erdrutsch – Glück im Unglück

Was waren die Hochs und Tiefs bis jetzt für dich persönlich?

Pamier und Turfan.

Warum?

Pamier höchster Punkt und Turfan der tiefste (Anmerkung von Kai: im Pamier ist Victor an der höchsten Stelle unserer Tour gewesen und Turfan liegt unter dem Meeresspiegel)

China in Sicht – Victor auf dem höchsten Punkt seiner Reise – Pamir Gebirge

Verstehe, aber mal Spaß beiseite – was waren die Höhe- und Tiefpunkte? Nicht bezüglich der Höhe über NN.

Tiefpunkte sind immer wenn bei mir alles schief läuft wie Kameras nicht geladen, Einkäufe nicht vollständig, und der dadurch entstehende Overload im Kopf. Das macht Druck und Panikschübe die mich dann in dem Moment blockieren und es schlimmer machen. Aber Kai Markus hat mir ein paar Tricks gezeigt mit dem Druck umzugehen. Das macht es einfacher. Trotzdem ist es eine neue Grenzerfahrung für mich.

er lernt alles – auch die Drohne bekommt er noch „klein“

Welche Aufgaben hast Du konkret in dem Projekt?

Ich muss dafür sorgen, dass der Käfer und der Wohnanhänger immer und jederzeit startklar sind. Dazu gehört: Fahrzeugcheck (Ölstand, Feuchtigkeit im Anhänger, Keilriemen, Reifen, Anhängerkupplung, Benzin, Ersatzbenzin, Dokumente, …)

Die geplanten Routen prüfen, das beinhaltet: KM Überprüfung, Wetter für das Fahrzeug tauglich, Straßensperren und Baustellen, Verbotszonen, Alternativrouten finden, Sehenswürdigkeiten checken, Pausenplätze für Kai Markus und Fahrzeug (Benzin, Wasser, etc.)

Koordination zwischen Kai Markus, den Guides und den Aktivitäten unterwegs planen und vorbereiten. Die Guides instruieren und einweisen und sicherstellen, dass alle am selben Ziel arbeiten. Bauen einer Kulturbrücke – dazu muss natürlich Übersetzt werden, mit dem Menschen Gesprochen werden, Filme gezeigt und gemacht werden usw.

Versorgung sicherstellen: Lebensmittel einkaufen, Medikamente Hygiene Artikel bereit und aktuell halten, Sauberkeit besonders der Wassertanks im Anhänger, Batterien laden, …

der Mann im Hintergrund – wenn die Profis versagen macht Victor die tollen Bilder

Filme und Fotos machen? Wie kann man sich das vorstellen? Klingt erst mal einfach…

Als ersten muss ich dafür sorgen, das die Dateien der SD-Karten gesichert sind, um die SD karten wieder leer für den nächsten Tag bereit zu haben. Wir haben inzwischen mehr als 3 TB Bild und Videomaterial gesammelt. Meistens 4K also hochauflösend und damit viel Speicherbedarf. Dann müssen die Kameras, Drohne und Handy Kameras natürlich auch geladen sein. Und einsatzbereit. Und wir sprechen von 3 Handys, 3 Garmin Virb Kameras, einer Drohne und passendem Zubehör wie Gimbal, selfie stick und Stativen.

seine ersten 10 KM Marathon – unter einer Stunde!!!

Wie laufen den die Aufnahme ab?

Manchmal gibt es bestimmte Szenen, die wir absprechen, wie zum Beispiel Aufnahmen auf dem Berg. Da heißt es für mich: Höhenangst überwinden, schmerzen ignorieren und auf geht’s. Dann gibt es die spontanen, da stehe ich am Straßenrand und warte das Kai vorbei läuft für eine Aufnahme. Und warten kann echt anstrengend sein Und Tage, wo viel Action ist. Für alle Situationen, muss das Equipment einsatzbereit sein. Leider ist Kai manchmal sehr ungeduldig – das liegt daran, dass es für bestimmte Situationen keine 2te Chance gibt. Da muss dann alles sitzen. Wenn nicht gibt’s stress. Zwar zurecht aber daran musste ich mich erst gewöhnen. Wir sind keine Profis aber alle, Sponsoren, Medien und andere erwarten professionelles Material und wir selber natürlich auch. Kai ist manchmal ein unangenehmer Perfektionist – aber er ist ein herzlich emotionaler Mensch und daher kann ich davon profitiere und für mich lernen.

immer und überall bereit sein ist nicht immer einfach

Du sagst, Du musst dafür sorgen, dass die Batterien geladen sind. Wie machst Du das unterwegs?

Hier kommt der Wohnanhänger zum Einsatz. Dieser hat eine eingebaute Batterie, die uns für 3 bis 4 Tage mit Strom versorgt, zumindest für das nötigste, Handy, Kameras, Nottaschenlampe. Das bedeutet für mich, bei jeder Gelegenheit dafür zu sorgen, dass der Wohnwagen auch aufgeladen ist. Der braucht auch ca. 4 Stunden dazu. Zum Beispiel bei Hotels oder Raststätten.

Voller Einsatz – Spitzname: Iron Head

Victor kennt nichts wenn es um seinen „Bug“ geht – da wird man schon mal schmutzi

Hug my Bug – das ist sein Motto

Wenns kein Kerl wäre würde ich sagen: Die Mutter der Kompanie…

Es scheint so, als wäre die Filme und Fotos schon eine Tagesfüllende Aufgabe. Wie schaffst Du das alles in Verbindung mit deinen weiteren Aufgaben?

Manchmal gar nicht. Da gerate ich an meine Grenzen. Es gab schon mehrere Momente, wo ich überlastet war und nichts mehr gebacken bekomme. Da hilft nur die Unterstützung von Freunden und Kai, der mir dann schon mal einen Fußtritt geben muss. (Gibs Mentalität von Navy CIS). Wir sind ein Team. Alle müssen ran.

er kann´s halt nicht lassen – Kaffe und Zigarette braucht er ab und an immer noch

Der Kulba liefert nicht nur nen Schlafplatz – er ist auch ein guter Windschutz

Entspannung auf dem Pamir – in der Ruhe liegt die Kraft

Was hat Dich auf dieser Reise bis jetzt am meisten frustriert? Und was am meisten begeistert?

Am meisten frustriert war ich über mich selbst. Immer dann, wenn ich gefühlt nichts mehr hinbekommen habe und ich einfach nicht wusste warum. Black out sozusagen. Ich mache mir dann selbst druck und dann geht erst recht nichts mehr.

Am meisten begeistert, haben mich die einfachen Menschen, die uns immer freundlich und herzlich empfangen haben, sowie die Überwindung meiner eigenen Grenzen. Wie zum Beispiel meine Höhenangst, die ich bei der Besteigung mehrerer Berges in Sary-Tash überwunden habe. Oder aber auch das erste Mal mehr als 30 km laufen mit Kai oder sogar mehr als KM Marathon mit Kai in Xian unter einer stunde.

Unser typisches Selfie Selfie

Wie hat sich Deine Sicht zu China geprägt? Was waren Deine Erwartungen  und Vorurteile und was davon ist jetzt für dich sichtbar?

Mein Traum war es mit dem eigenen Auto einmal selbst nach China zu reisen und dort auch einzureisen – dieser Traum ist in Erfüllung gegangen. Ich habe mir vorher gar nicht so viele Gedanken gemacht. Ich hatte das Glück, dass der Übergang nach China a) langsam und b) von unserer Route her über Xinjiang führte – daher war es kein Sprung ins kalte Wasser – das Essen, die Menschen, die Gebräuche und alles ähnelten Anfangs sehr den Ländern zuvor wie Usbekistan und Kirgistan.

Insgesamt erlebe ich jeden Tag neue Dinge – und ich fühle mich in China sehr wohl, ich mag das Essen, die Abwechslung und wie sich alles verändert – von der Wüste bis hin zu grünen naturbelassenen Bergen wie aus den Filmen. Ich gewöhne mich daran, dass alles oft ein bisschen größer ist als ich es kenne. Trotzdem erlebe ich die Menschen hier – in der Stadt und auf dem Land als sehr angenehm – anders als wir aber auch wieder gleich.

Was heißt anders?

Sie sind hier freundlicher, offener und familiärer als ich es in Deutschland erlebe.

Woran machst du das fest?

Zum beispiel Einladungen oder kleine Dinge für den Weg die mir gegeben werden. Fast jeder hat immer Zeit und Lust für ein Gespräch und zeigt „echtes“ Interesse. Zum anderen sehe ich auch auf den Straßen Generationenübergreifend jeden Tag das gemeinsame Gestalten des Tages – vom der kleinen Familie bis hin zur großen Gemeinschaft.

Was verstört dich in China oder schreckt dich ab?

Der Rückwärtsgang (hahahaha)

Wie? Der Rückwärtsgang?

Viele Fahrzeuge in China haben beim Rückwärtsfahren einen Lautsprecher an der etwas auf chinesisch spricht.  Der irretiert mich immer noch, es klingt wie eine Werbung obwohl ich natürlich weiß, dass es eher eine Warnung ist. Jeder Shop hat seine eigene Lautsprecherdurchsagen auf die Straße hinaus und daher ist es für mich oft ungewohnt laut.

Überwindung hat er bewiesen – auf diesen Punkt zu kommen war eine der ersten harten Herausforderungen für den Mann der „angeblich“ Höhenangst hat

Und wieder – entspannen bei ner Zigarette und nem Kaffee

Was war bis jetzt Dein emotionalstes Erlebins, und warum?

Das war in Korla. Weil ich eine sehr sehr nette und hübsche Asiatin kennen gelernt habe…mit der ich auch viel Zeit verbringen konnte (grinst und schweigt)

Worauf freust Du dich als nächstes?

Ob meine Vorstellungen über China aus den Filmen die ich immer gesehen habe bestätigt werden oder nicht. Gerade sind wir in einer Gegend die das bestätigt was ich aus den Filmen kenne. Das meine ich Landschaftlich. (Anmerkung: wir sind jetzt gerade zwischen Xian und Enshi)

Und eine große freudige Erwartung auf die „wirklich“ großen Städte, für mich sind die Städte bis hierher schon so riesig.

Danke Victor.

 

Das war ein kleiner Einblick in Victors Welt. Mehr von Ihm in Bild und Wort gibt es bei www.soletsgo360.com und er freut sich bestimmt über feedback.

Hübsche Sandpuschen – aber hilfreich beim Gobi Sand (Dunhuang)

Victor ist nicht nur das erste Mal in China, er erlebt China auch quer durch das ganze Land – vom kleinen Weiler über mittelgroße Städte bis hin zu Metropolen wie Shanghai.

Ich habe viele Möglichkeiten Ihn zu beobachten und zu studieren. Viele Gespräche mit Ihm haben mich motiviert ein Interview mit Ihm zu führen, auch als Danke an seine tolle Unterstützung.

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Feiern der 1/2 Strecke auf dem Pamir High-Way

Wie aus dem Interview hervorgeht ist es nicht immer leicht – besonders in einer Art von Projekt wie diesem. Kaum jemand hat eine Vorstellung welche Leistung von einem hier abverlangt wird.

Da aber meißt der Fokus auf mir liegt wollte ich auch das einmal zeigen. Wir sind ein Team und für mich ist Victor hier wie mein kleiner Bruder – ich passe auf Ihn auf bin aber auch streng zu Ihm.

Nach dem Projekt hoffe ich, dass er seine Reise nach Gambia fortsetzen kann und viel für sich lernen konnte – so ist er bestens gerüstet für das was Ihn erwartet. Und wenn es klappt besuche ich Ihn und wir machen 2-3 Tage wieder zusammen – der Bugavan, Victor und ich….


P.S. wie immer lese ich nichts korrektur und Fehler sind nun mal Fehler – Ihr werdet den Text schon verstehen und es mir nachsehen wenn ich keine große Energie und Lust mehr habe. Wichtig ist die Botschaft…

Liebe Grüße an all unsere Fans, Freunde und Familie.

Kai Markus
(aus Fengjie/China)


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2 Kommentare

  1. Karin Demel September 25, 2017

    Das ist ein tolles Interview/spitzer Bericht! Ich habe ihn mit Begeisterung gelesen! So eine Reise schweißt zusammen und man muss sich aufeinander verlassen können. Alles was in Englisch oder Chinesisch geschrieben ist, leite ich innerhalb unserer deutsch/chin. Familie weiter! Ich drücke euch weiterhin die Daumen dass ihr am 04.11. wohlbehalten in Shanghai einläuft!

  2. Helmut September 30, 2017

    haltet durch wir wollen am 2.Nov. in Shanghai sein und Euch auch
    treffen, sowie einen km mitlaufen?
    Gruß von Föhr
    Helmut & Heike

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